Werkzeug Leberwerte
Leberwerte-Rechner: Ihre Werte richtig einordnen
Kurz gesagt
Normal sind laut Deutscher Leberstiftung GPT und GOT bis 35 U/l bei Frauen und bis 50 U/l bei Männern, Gamma-GT unter 40 bei Frauen und unter 60 U/l bei Männern. Der Rechner zeigt, um das Wievielfache ein Wert erhöht ist, berechnet den De-Ritis-Quotienten und sagt, wie schnell Sie ärztlich abklären lassen sollten.
Sind Ihre Leberwerte normal?
Tragen Sie die Werte von Ihrem Laborbefund ein, mindestens einen. Ihre Angaben bleiben auf Ihrem Gerät.
So sieht ein Ergebnis aus. Beispiel: Frau mit GPT 58, GOT 39 und Gamma-GT 71 U/l, Werte zum ersten Mal erhöht.
Kontrolle in 2 bis 3 Monaten
Leicht erhöhte Werte, die zum ersten Mal auffallen, werden meist nach 2 bis 3 Monaten noch einmal gemessen. Bleiben sie erhöht, sollte die Ursache gesucht werden.
- GPT, GOT, Gamma-GT leicht erhöht (bis zum 2-Fachen der Obergrenze).
| Wert | Ihr Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| GPT (ALT) | 58 U/lbis 35 U/l | leicht erhöht1,7-fach |
| GOT (AST) | 39 U/lbis 35 U/l | leicht erhöht1,1-fach |
| Gamma-GT | 71 U/lbis 40 U/l | leicht erhöht1,8-fach |
De-Ritis-Quotient: 0,67
GOT geteilt durch GPT. GPT überwiegt. Das passt eher zu einer leichteren, entzündlichen Schädigung, wie sie bei Fettleber oder Virushepatitis typisch ist.
Was das Muster bedeuten kann
Muster Leberzelle: Vor allem GPT und GOT sind erhöht. Das spricht für Leberzellen, die gerade Schaden nehmen. Häufigste Ursache ist die Fettleber, weitere sind Alkohol, Medikamente und Virushepatitis.
Was Sie selbst tun können
- Alkohol bis zur nächsten Kontrolle weglassen. So lässt sich auch erkennen, ob er die Ursache ist.
- Bei Übergewicht ist Abnehmen der größte Hebel: Schon 5 % weniger Gewicht senken das Leberfett. Mehr dazu unter Leberwerte senken.
- Bis zur Kontrolle mit Plan: Der 90-Tage-Plan setzt den Termin für die nächste Messung gleich in Ihren Kalender.
Welche Leberwerte sind normal?
GPT und GOT gelten bei Frauen bis 35 U/l und bei Männern bis 50 U/l als normal, die Gamma-GT unter 40 und unter 60 U/l. Maßgeblich ist aber der Referenzbereich auf Ihrem Befund, denn jedes Labor misst etwas anders.[1]
| Leberwert | Frauen | Männer | Was er anzeigt |
|---|---|---|---|
| GPT (ALT) | bis 35 U/l | bis 50 U/l | Steigt, wenn Leberzellen zugrunde gehen. Gilt als leberspezifisch. |
| GOT (AST) | bis 35 U/l | bis 50 U/l | Steckt auch in Herz- und Skelettmuskeln. |
| Gamma-GT | unter 40 U/l | unter 60 U/l | Empfindlicher Wert für Leber und Gallenwege. Am höchsten bei Gallestau und Alkoholschäden. |
| AP | 35 bis 105 U/l | 40 bis 130 U/l | Gallenwege, aber auch Knochen und Darm. |
| Bilirubin | bis 1,1 mg/dl18,8 µmol/l | bis 1,1 mg/dl18,8 µmol/l | Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Hoch bei Gallestau, sichtbar an gelben Augen. |
Manche Fachgesellschaften ziehen die Grenze für GPT tiefer. Die amerikanische Gastroenterologen-Gesellschaft hält bei gesunden Menschen 29 bis 33 U/l bei Männern und 19 bis 25 U/l bei Frauen für normal und rät, höhere Werte abzuklären.[4]
Steht auf Ihrem Befund µkat/l statt U/l, rechnen Sie mal 60: 0,6 µkat/l entsprechen etwa 35 U/l.[3] Andere Grenzen Ihres Labors tragen Sie im Rechner unter „Eigene Grenzwerte vom Laborbefund verwenden“ ein.
Ab wann sind Leberwerte gefährlich?
Einen festen Wert, ab dem es gefährlich wird, gibt es nicht. Je stärker und je länger die Werte erhöht sind und je mehr Beschwerden dazukommen, desto dringender ist die Abklärung.[3]
Erhöhte Leberwerte sind häufig: Bei etwa jedem fünften untersuchten Menschen fällt mindestens ein Wert auf.[2] Der Rechner ordnet jeden Wert nach dem Vielfachen der Obergrenze ein und leitet daraus ab, wie schnell Sie handeln sollten:
| Ihr Wert | Einordnung | Was empfohlen wird |
|---|---|---|
| bis zum 2-Fachen der Obergrenze, zum ersten Mal | leicht erhöht | Kontrolle nach 2 bis 3 Monaten[2], am besten mit Ultraschall[5] |
| bis zum 2-Fachen, wiederholt erhöht | leicht erhöht | Ursache abklären lassen[2][3] |
| 2- bis 3-fach | leicht erhöht | Abklärung in den nächsten Wochen: Ultraschall und Blutwerte, etwa auf Hepatitis[2][5] |
| mehr als 3-fach | deutlich erhöht | Kontrolle innerhalb einer Woche[5] |
| GPT oder GOT mehr als 10-fach | stark erhöht | Sofort abklären, wenn nötig im Krankenhaus[5] |
| mehr als 100-fach | extrem erhöht | Meist ein Notfall, oft mit Einweisung in die Klinik[2][3] |
Bleibt eine Erhöhung über 6 Monate ungeklärt, gehört sie zu einem Leberspezialisten (Hepatologen).[5]
Wann muss ich mit erhöhten Leberwerten zum Arzt?
Sofort, wenn Warnzeichen dazukommen. Ohne Beschwerden richtet sich das Tempo nach der Höhe der Werte. Abklären lassen sollten Sie aber jede Erhöhung, die sich bei einer zweiten Messung bestätigt.[3]
Diese Warnzeichen brauchen sofort ärztliche Hilfe:
- Gelbe Augen oder gelbe Haut[5]
- Dunkler Urin und heller, lehmfarbener Stuhl[7]
- Starke Schmerzen im rechten Oberbauch[5]
- Verwirrtheit oder Benommenheit[5]
- Erbrechen von Blut oder ein dicker, gespannter Bauch durch Wasser[3]
- Fieber zusammen mit Gelbsucht und Bauchschmerzen[2]
Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall die 112.
Die britische Gastroenterologen-Gesellschaft empfiehlt, erhöhte Leberwerte unabhängig von Höhe und Dauer auf ihre Ursache zu untersuchen. Auch leicht erhöhte Werte können auf eine Hepatitis C oder eine Fettleber hinweisen, die über Jahre Schaden anrichten.[6]
Was sagt der De-Ritis-Quotient?
Der De-Ritis-Quotient ist GOT geteilt durch GPT. Unter 1 spricht er eher für eine leichte, entzündliche Schädigung, über 2 eher für Alkohol als Ursache.[5][8]
| Quotient | Typischer Hinweis | Rechenbeispiel |
|---|---|---|
| unter 1 | GPT überwiegt: leichtere, entzündliche Schädigung, etwa bei Fettleber oder Virushepatitis[5][3] | 39 : 58 = 0,67 |
| 1 bis 2 | GOT überwiegt: tiefer gehende Schädigung, mögliche Vernarbung[5][6] | 80 : 60 = 1,33 |
| über 2 | Typisch für alkoholbedingte Leberschäden[8] | 210 : 90 = 2,33 |
In der klassischen Studie von 1979 lag der Quotient bei 70 % der Menschen mit alkoholbedingter Hepatitis oder Zirrhose über 2, bei Virushepatitis nur bei 4 %.[8]
Der Quotient ist ein Hinweis, kein Beweis. Die GOT verschwindet schneller aus dem Blut als die GPT, die Halbwertszeit liegt bei etwa 18 gegenüber 36 Stunden. Deshalb hängt das Verhältnis auch davon ab, wie lange eine Schädigung zurückliegt.[9] Ärzte achten vor allem dann darauf, wenn beide Werte erhöht sind.[3]
Welche Ursache steckt hinter welchem Muster?
Welche Werte zusammen erhöht sind, gibt einen ersten Hinweis auf die Ursache. Die häufigste ist die Fettleber, sie macht etwa 75 % aller chronischen Lebererkrankungen aus.[5]
| Muster | Typische Werte | Häufige Ursachen |
|---|---|---|
| Leberzelle | GPT und GOT erhöht | Fettleber, Virushepatitis, Medikamente, Alkohol[5][3] |
| Gallenwege | AP, Gamma-GT, oft Bilirubin | Gallensteine, Entzündung der Gallenwege, Medikamente[5][2] |
| Giftstoffe | vor allem Gamma-GT, GOT und GPT weniger | Alkohol, Medikamente, Pilzgifte[5] |
| Gamma-GT allein | nur Gamma-GT | Alkohol, schon am Vorabend, Fettleber, Medikamente, aber auch Herzkrankheiten und Diabetes[3] |
| GOT allein | nur GOT | Muskeln, etwa nach hartem Training[1][3] |
| Bilirubin allein | nur Bilirubin, leicht erhöht | Oft das harmlose Meulengracht-Syndrom[3] |
| AP allein | nur AP | Knochen, Schwangerschaft, Medikamente[3] |
Was kann ich bei erhöhten Leberwerten selbst tun?
Die Ursache angehen. Bei Fettleber ist Abnehmen der größte Hebel: 5 % weniger Gewicht senken das Leberfett, 7 bis 10 % bessern die Entzündung.[10]
- Alkohol weglassen. Die europäische Leitlinie rät Menschen mit Fettleber vom Alkohol ab.[10] Sinkt die Gamma-GT danach, war Alkohol ein Teil der Ursache.
- Bewegen. Mehr als 150 Minuten pro Woche in mäßigem Tempo oder 75 Minuten intensiv.[10]
- Medikamente und Präparate ansprechen. Auch pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel gehören in der Praxis auf den Tisch.[5]
- Mit Plan bis zur Kontrolle. Der 90-Tage-Plan setzt den Kontrolltermin gleich in Ihren Kalender.
Wo eine Leberkur passt: In einer Auswertung von 26 Studien mit 2.375 Menschen mit Fettleber senkte Silymarin aus der Mariendistel die Leberwerte ALT und AST. Die Dosen in den Studien waren unterschiedlich, die Naturhof Leberkur enthält 153 mg Silymarin pro Tag.[11] Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei.[12] Mehr Wege finden Sie unter Leberwerte senken.
Häufige Fragen zu Leberwerten
Welcher Leberwert ist der wichtigste?
Die GPT gilt als leberspezifisch, weil sie vor allem aus Leberzellen stammt. Die Gamma-GT gilt als empfindlichster Wert und reagiert früh auf Alkohol, Medikamente und Gallestau. Deshalb werden meist GPT, GOT und Gamma-GT zusammen bestimmt: So lassen sich 95 % aller Lebererkrankungen erkennen.[1][2]
Können Leberwerte von Tag zu Tag schwanken?
Ja. Die GOT kann innerhalb eines Tages um 10 bis 15 % steigen oder fallen, die GPT sogar um 10 bis 30 %. Nach schwerer Muskelarbeit oder hartem Training können beide vorübergehend erhöht sein. Deshalb wird eine leichte Erhöhung zuerst kontrolliert.[3]
Sind leicht erhöhte Leberwerte schlimm?
Meist nicht akut, aber ernst zu nehmen. Selbst dauerhaft nur leicht erhöhte Werte gehen mit einem höheren Risiko einher, an einer Lebererkrankung zu sterben. Deshalb gilt: kontrollieren lassen und bei Bestätigung die Ursache suchen.[2]
Meine Leberwerte sind normal. Ist meine Leber damit gesund?
Wahrscheinlich, aber nicht sicher. Eine Fettleber und sogar eine Leberzirrhose können mit normalen Leberwerten einhergehen. Bei Übergewicht oder großem Bauchumfang lohnt deshalb zusätzlich der Fettleber-Rechner.[5]
Was bedeutet das Zeichen „<“ vor einem Wert auf dem Befund?
Steht „<“ vor der Zahl, ist das meist nicht Ihr Messwert, sondern eine Grenze: „< 35“ heißt „kleiner als 35“. Oft ist so der Normbereich angegeben. Ihren eigenen Wert finden Sie in der Spalte für das Ergebnis.[3]
Wie schnell sinken erhöhte Leberwerte?
Wann sollte ich wegen der Leber sofort zum Arzt?
Quellen
- Deutsche Leberstiftung: Leber und Leberwerte. Informationen für Betroffene und Angehörige (Broschüre, Stand Mai 2025), Tabelle der wichtigsten Leberwerte. Quelle öffnen
- LADR Laborverbund Dr. Kramer & Kollegen: Erhöhte Leberwerte. LADR informiert, Ausgabe 256, November 2017 (Referenzwerte der Labore im Verbund, Vorgehen bei erhöhten Werten). Quelle öffnen
- Deutsche Leberhilfe e. V.: Leberwerte und ihre Bedeutung (Broschüre, Stand Dezember 2022). Quelle öffnen
- Kwo PY, Cohen SM, Lim JK. ACG Clinical Guideline: Evaluation of Abnormal Liver Chemistries. Am J Gastroenterol. 2017;112(1):18-35. Quelle öffnen
- Ebner H, Schuchmann M (Klinikum Konstanz). Erhöhte Leberwerte: Wann harmlos, wann kritisch? ARS MEDICI 23/2019, S. 794 ff. (zuerst erschienen in Der Allgemeinarzt 8/2019). Quelle öffnen
- Newsome PN, Cramb R, Davison SM et al. Guidelines on the management of abnormal liver blood tests (British Society of Gastroenterology). Gut. 2018;67(1):6-19. Quelle öffnen
- Deutsche Leberhilfe e. V.: Erhöhte Leberwerte: was nun? (Broschüre, 2015). Quelle öffnen
- Cohen JA, Kaplan MM. The SGOT/SGPT ratio, an indicator of alcoholic liver disease. Dig Dis Sci. 1979;24(11):835-838. Quelle öffnen
- Botros M, Sikaris KA. The de Ritis ratio: the test of time. Clin Biochem Rev. 2013;34(3):117-130. Quelle öffnen
- EASL, EASD, EASO. Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD). J Hepatol. 2024;81(3):492-542. Quelle öffnen
- Li S, Duan F, Li S, Lu B. Administration of silymarin in NAFLD/NASH: A systematic review and meta-analysis. Ann Hepatol. 2024;29(2):101174. Quelle öffnen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (Cholin, Vitamin B6, B12, Folat). Quelle öffnen
Stand: 20. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.