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Welcher Tee ist gut für die Leber? Sorten, Wirkung, Menge
Kurz gesagt
Kein Tee entgiftet die Leber, das macht sie selbst.[1] Gut ist vor allem ungesüßter Tee statt Limonade oder Saft.[2] Die EMA erkennt Tee aus Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke und Pfefferminze traditionell bei Verdauungsbeschwerden an, Mariendistel auch zur Unterstützung der Leberfunktion.[3] Grüner Tee ist als Getränk sicher, Extrakte ab 800 mg EGCG am Tag erhöhen die Leberwerte.[4]
Welcher Tee ist gut für die Leber?
Ein Tee, der die Leber nachweislich gesünder macht, ist nicht bekannt. Die EU-Arzneimittelagentur EMA erkennt Tees fast nur bei Verdauungsbeschwerden an, bei der Mariendistel auch zur Unterstützung der Leberfunktion.[3] Halten Beschwerden länger als 2 Wochen an, lassen Sie sie ärztlich abklären.[5]
| Tee | Was die EMA anerkennt | Menge laut Monographie | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Mariendistel[3]Früchte | Völlegefühl, Unterstützung der Leberfunktion nach ärztlicher Abklärung | 3 bis 5 g auf 100 ml, 2‑ bis 3-mal vor dem Essen | Silymarin-Gehalt unbekannt |
| Löwenzahn[6]Wurzel | Völlegefühl, Blähungen, träge Verdauung | 1 bis 5 g auf 150 ml, 2‑ bis 3-mal | nicht empfohlen bei Gallensteinen |
| Artischocke[5]Blätter | Völlegefühl, Blähungen | 3 bis 6 g am Tag, auf 1 bis 4 Tassen | nicht bei Gallensteinen oder Leberleiden |
| Pfefferminze[7]Blätter | Verdauungsbeschwerden, Blähungen | 1,5 bis 3 g auf 150 ml, 3-mal | kann Sodbrennen verstärken |
| Schafgarbe[8]Kraut | Appetitlosigkeit, leichte Krämpfe im Bauch | 1,5 bis 4 g auf 150 bis 250 ml, 3‑ bis 4-mal | nicht bei Korbblütler-Allergie |
| Boldo[9]Blätter | Verdauungsbeschwerden, leichte Krämpfe | 1 bis 2 g auf 150 ml, 2‑ bis 3-mal | nicht bei Gallensteinen oder Leberleiden |
| Grüner Tee[10]Blätter | Müdigkeit (Koffein), nichts für die Leber | 1,8 bis 2,2 g auf 150 ml, 3‑ bis 5-mal | nicht bei Bluthochdruck oder Magengeschwür |
Welcher Tee entgiftet die Leber?
Keiner. Leber und Niere entgiften den Körper selbst, bei Gesunden so zuverlässig, dass kaum schädliche Stoffe zurückbleiben.[11] Für den Begriff „Detox“ gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe, für Lebensmittel und damit auch für Tee ist er deshalb unzulässig.[11]
Viele „Detox“-Produkte enthalten Kräuter wie Löwenzahn oder Brennnessel, die nur entwässern.[11] Was Tee leisten kann: Er ersetzt gesüßte Getränke, genau das empfiehlt die Leitlinie bei Fettleber.[2] Mehr unter Leber entgiften.
Mariendistel-Tee: Wie viel Silymarin steckt drin?
Das hat für einen üblichen Aufguss niemand gemessen. Sicher ist: Silymarin, der Wirkstoff der Mariendistel, geht schlecht ins Wasser über.
In einem Laborversuch wurde Mariendistel 210 Minuten lang mit kochendem Wasser ausgezogen. Selbst dann löste sich von Silibinin, dem wichtigsten Bestandteil, nur rund 30 % der Menge, die eine Extraktion mit Ethanol schafft.[12] Die EMA nennt für den Tee 3 bis 5 g Früchte auf 100 ml Wasser, zwei- bis dreimal täglich vor dem Essen.[3]
| Mariendistel als | Menge pro Tag | Silymarin pro Tag |
|---|---|---|
| Tee laut EU-Monographie[3] | 6 bis 15 g Früchte | unbekannt |
| Zugelassene Arzneimittel in Deutschland[13] | Extrakt | 105 bis 420 mg |
| Naturhof Leberkur (2 Kapseln) | 191,25 mg Extrakt | 153 mg |
Die Studien mit niedrigeren Leberwerten nutzten Extrakte, keinen Tee. Welche Mengen dort wirkten, steht unter Mariendistel.
Was ist in Leber-Galle-Tee und was bringt er?
Leber-Galle-Tees sind Kräutermischungen, die Pflanzen stehen in der Zutatenliste. Sie können bringen, was die einzelnen Pflanzen bringen: Hilfe bei Völlegefühl und Blähungen, aber keine Entgiftung.[5][7] Prüfen Sie die Zutaten mit der Tabelle oben:
- Gallensteine: Artischocke und Boldo sind dann nicht geeignet, Löwenzahn und Kurkuma nicht empfohlen, bei Pfefferminze ist Vorsicht geboten.[5][9][6][14][7]
- Lebererkrankung: Für Artischocke und Boldo ist sie eine Gegenanzeige, von Löwenzahn und Kurkuma rät die EMA ab.[5][9][6][14] Ausgerechnet bei kranker Leber passt mancher Leber-Tee also nicht.
- Schöllkraut: Nach 124 gemeldeten Nebenwirkungen an Leber und Galle fällt die Nutzen-Risiko-Bewertung der EMA für die Einnahme negativ aus, in einigen Ländern wurden Mittel damit vom Markt genommen.[15] Steht Schöllkraut auf der Packung, lassen Sie den Tee stehen.
Ist grüner Tee gut für die Leber?
Als Getränk in üblichen Mengen ist grüner Tee sicher. Konzentrierte Extrakte in Kapseln können die Leber dagegen schädigen.[4]
Entscheidend ist das EGCG, das wichtigste Catechin im grünen Tee. Die Lebensmittelbehörde EFSA hat die Mengen verglichen:[4]
| Quelle | EGCG pro Tag | Bewertung |
|---|---|---|
| Grüner Tee als Getränk, im Mittel[4] | 90 bis 300 mg | gilt als sicher |
| Grüner Tee, Vieltrinker[4] | bis 866 mg | viel seltener Leberprobleme, vermutlich weil über den Tag verteilt[16] |
| Extrakt ab dieser Menge[4] | ab 800 mg | Leberwerte steigen in Studien messbar |
| EU-Grenze für Extrakte seit 2023[16] | 800 mg | Warnhinweise auf der Packung vorgeschrieben |
Akute Leberschäden bis zum Leberversagen beschreibt die US-Datenbank LiverTox vor allem durch Extrakte, seltener durch sehr große Mengen Tee.[17] In 15 kontrollierten Studien mit grünem Tee oder Catechinen änderten sich die Leberwerte insgesamt nicht. Bei Fettleber sanken sie mäßig, bei Gesunden stiegen sie leicht.[18]
Welcher Tee bei Fettleber?
Ein bestimmter Tee ist bei Fettleber nicht empfohlen. Am meisten bringt es, gesüßte Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee zu ersetzen.[2]
Die europäische Leitlinie nennt Tee nicht, wohl aber Kaffee: In Beobachtungsstudien hatten Menschen mit 3 und mehr Tassen am Tag seltener eine Fettleber als mit weniger als 2. Bewiesen ist das nicht. Der größte Hebel ist das Gewicht: 5 % weniger senken das Leberfett, 7 bis 10 % die Entzündung.[2] Was sonst hilft, steht unter Hausmittel gegen Fettleber.
Wie viel grüner Tee bei Fettleber?
Eine empfohlene Menge gibt es nicht. In einer kleinen Studie aus Japan mit 17 Menschen mit Fettleber senkte ein spezieller Grüntee mit über 1 g Catechinen in 700 ml pro Tag nach 12 Wochen Leberfett und ALT stärker als Placebo.[19] Normaler Tee liefert im Mittel 90 bis 300 mg EGCG am Tag.[4] Bleiben Sie bei üblichen Mengen. Die Verbraucherzentrale rät, aus allen Quellen zusammen nicht mehr als 800 mg EGCG am Tag aufzunehmen.[16]
Welcher Tee bei Leberschmerzen?
Keiner. Schmerzen im rechten Oberbauch gehören abgeklärt, eine mögliche Ursache sind Gallensteine.
Typisch für eine Gallenkolik sind krampfartige Schmerzen im Oberbauch, die in Wellen kommen und in Rücken und rechte Schulter ausstrahlen.[20] Dann passen gallentreibende Tees nicht: Artischocke und Boldo sind bei Gallensteinen eine Gegenanzeige.[5][9] Mehr unter Leberschmerzen. Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei starken Koliken, Fieber, gelber Haut oder gelben Augen.
Wie viel Tee am Tag ist sinnvoll?
Die EU-Monographien nennen meist 2 bis 4 Tassen am Tag. Wichtiger ist die Abwechslung: Kräutertee sollte nicht Ihr einziges Getränk sein.
Der Grund sind Pyrrolizidinalkaloide. Bestimmte dieser Pflanzenstoffe können die Leber schädigen und gelangen als Verunreinigung in Tee, etwa wenn Greiskraut mitgeerntet wird. Seit Juli 2022 gelten in der EU Höchstgehalte. Das BfR rät trotzdem, Tee und Kräutertee mit anderen Getränken abzuwechseln.[21] Grünen Tee trinken Sie wegen des Koffeins besser nicht vor dem Schlafengehen.[10]
Tee oder Kapsel: Was ist der Unterschied?
Tee liefert die wasserlöslichen Stoffe einer Pflanze in unbekannter Menge, ein Extrakt in der Kapsel eine festgelegte. Bei der Mariendistel zählt das, weil Silymarin schlecht ins Wasser übergeht.[12]
| Pflanze | Als Tee laut EMA, pro Tag | Naturhof Leberkur, pro Tag |
|---|---|---|
| Mariendistel | 6 bis 15 g Früchte[3] | 191,25 mg Extraktdavon 153 mg Silymarin |
| Artischocke | 3 bis 6 g Blätter[5] | 200 mg Extraktdavon 5 mg Cynarin |
| Löwenzahn | 2 bis 15 g Wurzel[6] | 120 mg Extraktdavon 19,2 mg Inulin |
Tee ist ein Durstlöscher ohne Zucker, die Kapsel liefert jeden Tag dieselbe Menge Silymarin. Die Naturhof Leberkur ersetzt nicht weniger Alkohol und leichteres Essen, sie kann aber ein fester Rahmen für 90 Tage sein, in denen Sie genau das angehen. Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei.[22]
Häufige Fragen zu Tee und Leber
Welcher Tee entgiftet die Leber?
Kein Tee entgiftet die Leber, das macht sie selbst. Ungesüßter Kräutertee ist aber ein guter Ersatz für Saft und Limonade. Vorsicht gilt bei Grüntee-Extrakten in Kapseln: In hoher Dosis können sie der Leber schaden.
Ist grüner Tee gut für die Leber?
Als Getränk in üblichen Mengen gilt grüner Tee als sicher, bei Fettleber sanken die Leberwerte in Studien mäßig. Extrakte mit 800 mg EGCG am Tag und mehr erhöhen dagegen die Leberwerte.
Wie viel grüner Tee bei Fettleber?
Eine empfohlene Menge gibt es nicht. In einer kleinen Studie mit 17 Menschen senkte ein spezieller Grüntee mit über 1 g Catechinen in 700 ml pro Tag Leberfett und ALT, deutlich mehr Catechine als in normalem Tee. Bleiben Sie bei üblichen Mengen und verzichten Sie auf Extrakte.
Was bringt Leber-Galle-Tee?
Er kann bei Völlegefühl und Blähungen helfen, wenn er Pflanzen wie Pfefferminze, Artischocke oder Löwenzahn enthält. Entgiften kann er die Leber nicht. Bei Gallensteinen sind mehrere mögliche Zutaten nicht geeignet, und Tees mit Schöllkraut sollten Sie meiden.
Welcher Tee passt zu einer Leberkur?
Jeder ungesüßte Tee, den Sie vertragen, und dazu Wasser, ein bestimmter Tee ist nicht nötig. Meiden Sie Grüntee-Extrakte und Tees mit Schöllkraut.
Ist Kaffee besser für die Leber als Tee?
Kaffee ist besser untersucht. In Beobachtungsstudien hatten Menschen mit 3 und mehr Tassen am Tag seltener eine Fettleber. Bewiesen ist eine Schutzwirkung aber weder für Kaffee noch für Tee.
Quellen
- Deutsche Leberstiftung: Die Leber, Kraftwerk des Körpers (Pressemappe). Quelle öffnen
- EASL, EASD, EASO. Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD). J Hepatol. 2024;81(3):492-542. Quelle öffnen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC): EU-Monographie Mariendistelfrüchte (Silybum marianum (L.) Gaertn., fructus), EMA/HMPC/294187/2013, 2018. Quelle öffnen
- EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food (ANS): Scientific opinion on the safety of green tea catechins. EFSA Journal. 2018;16(4):5239 (PMID 32625874). Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Artischockenblätter (Cynara cardunculus L., folium), EMA/HMPC/194014/2017, 2018. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix), EMA/HMPC/475726/2020, 2021. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Pfefferminzblätter (Mentha x piperita L., folium), EMA/HMPC/572705/2014, 2020. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Schafgarbenkraut (Achillea millefolium L., herba), EMA/HMPC/376416/2019, 2020. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Boldoblätter (Peumus boldus Molina, folium), EMA/HMPC/453725/2016, 2016. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Grüner Tee (Camellia sinensis (L.) Kuntze, non fermentatum folium), EMA/HMPC/283630/2012, 2013. Quelle öffnen
- Verbraucherzentrale: Detox, überflüssig oder doch gesünder durch Entgiftung? Stand 09.01.2026. Quelle öffnen
- Barreto JF, Wallace SN, Carrier DJ, Clausen EC. Extraction of nutraceuticals from milk thistle: I. Hot water extraction. Appl Biochem Biotechnol. 2003;105-108:881-889. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: Assessment report on Silybum marianum (L.) Gaertn., fructus, EMA/HMPC/294188/2013 (Übersicht der in Deutschland zugelassenen Arzneimittel und Dosierungen). Quelle öffnen
- EMA/HMPC: EU-Monographie Kurkumawurzelstock (Curcuma longa L., rhizoma), EMA/HMPC/329755/2017, 2018. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: Public statement on Chelidonium majus L., herba (Schöllkraut), EMA/HMPC/743927/2010, 2011. Quelle öffnen
- Verbraucherzentrale: Gar nicht so harmlos: Grüntee-Extrakt. Stand 16.10.2025. Quelle öffnen
- LiverTox, Datenbank zu arzneimittelbedingten Leberschäden (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases): Eintrag Green Tea (Grüner Tee), Stand 11/2020 (PMID 31643260). Quelle öffnen
- Mahmoodi M, Hosseini R, Kazemi A et al. Effects of green tea or green tea catechin on liver enzymes in healthy individuals and people with nonalcoholic fatty liver disease: A systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. Phytother Res. 2020;34(7):1587-1598. Quelle öffnen
- Sakata R, Nakamura T, Torimura T, Ueno T, Sata M. Green tea with high-density catechins improves liver function and fat infiltration in non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD) patients: a double-blind placebo-controlled study. Int J Mol Med. 2013;32(5):989-994. Quelle öffnen
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit, mit IQWiG): Gallensteine. Stand 04.04.2025. Quelle öffnen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln. Aktualisierte FAQ vom 16.12.2022. Quelle öffnen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (Cholin, Vitamin B6, B12, Folat). Quelle öffnen
Stand: 20. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.