Wirkstoffe der Leberkur
Löwenzahn für Leber und Verdauung: Was er kann
Kurz gesagt
Löwenzahn ist ein traditionelles Pflanzenmittel für die Verdauung: Die EU-Arzneimittelagentur EMA führt die Wurzel bei Völlegefühl, Blähungen, träger Verdauung und Appetitlosigkeit.[1] Klinische Studien zur Leber gibt es beim Menschen bisher nicht, Hinweise auf einen Leberschutz stammen aus Tierversuchen.[2][3] Bei Gallensteinen ist Löwenzahn nicht empfohlen.
Was ist Löwenzahn?
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist ein Korbblütler, der fast überall auf Wiesen wächst. Arzneilich genutzt werden die Wurzel allein, die Wurzel mit Kraut und die Blätter.[1] Seit Langem wird er bei Verdauungs- und Leberbeschwerden verwendet, allerdings vor allem auf Grundlage von Erfahrung und nicht von Studien.[4]
Die Wurzel enthält laut Bewertungsbericht der EMA vor allem:[2]
- Bitterstoffe aus der Gruppe der Sesquiterpenlactone, etwa das Glucosid der Taraxinsäure. Sie sind für den bitteren Geschmack verantwortlich.
- Triterpene und Sterole wie Taraxasterol.
- Phenolsäuren wie Chicorsäure und Chlorogensäure.
- Inulin, einen Ballaststoff. Sein Gehalt schwankt von 2 % im Frühjahr bis 40 % im Herbst.
- Kalium, im Mittel 2,45 % der Wurzel.
Wie wirkt Löwenzahn?
Löwenzahn wirkt vor allem über seine Bitterstoffe: Sie regen über die Bitterrezeptoren die Speichel- und Magensäfte an.[2] Die EMA erkennt die Wurzel als traditionelles Mittel für drei Anwendungen an, Studien am Menschen gibt es dafür aber nicht.[1][2]
| Anwendung | Status | Belege beim Menschen |
|---|---|---|
| Völlegefühl, Blähungen, träge Verdauung | traditionell anerkannt[1] | keine klinischen Studien |
| Vorübergehende Appetitlosigkeit | traditionell anerkannt[1] | keine klinischen Studien |
| Mehr Harnmenge bei leichten Harnwegsbeschwerden | traditionell anerkannt[1] | eine kleine Studie mit Blattextrakt[5] |
| Anregung der Galle | möglich, Warnhinweis[1] | keine Studien am Menschen |
| Schutz der Leber | nicht anerkannt | nur Tierversuche[3] |
Ist Löwenzahn gut für die Leber?
Beim Menschen ist das nicht belegt. Für ihre Bewertung von 2021 fand die EMA keine einzige klinische Studie mit Löwenzahnwurzel.[2] Eine Übersicht von 2025 beschreibt, dass Löwenzahn-Extrakte in Tierversuchen vor Leberschäden durch Alkohol, Tetrachlorkohlenstoff und Paracetamol schützten. Die Autoren halten klinische Studien für nötig, bevor man das auf Menschen überträgt.[3]
| Studie | Teilnehmer | Dosis und Dauer | Ergebnis | PMID |
|---|---|---|---|---|
| EMA 2021[2] | - | - | Keine klinische Studie gefunden, Anerkennung nur über die lange Anwendung | - |
| Clare 2009[5] | 17 Freiwillige | 3 × 8 ml Blattextrakt, 1 Tag | Nach der ersten Gabe häufigeres Wasserlassen, nach der zweiten mehr Harn im Verhältnis zur Trinkmenge, die dritte wirkte nicht | 19678785 |
| Herrera Vielma 2025[3] | Tierversuche | verschieden | Schutz vor Leberschäden durch Alkohol und Giftstoffe, Studien am Menschen fehlen | 40732279 |
Was die Leber wirklich entlastet, ist bekannt: weniger Alkohol, weniger Zucker und bei Übergewicht jedes Kilo weniger. Entgiften kann die Leber sich selbst, mehr dazu unter Leber entgiften. In der Naturhof Leberkur ist Löwenzahn deshalb für die Verdauung zuständig. Belege für bessere Leberwerte gibt es vor allem für Mariendistel und Artischocke.
Regt Löwenzahn die Galle an?
Möglicherweise, belegt ist es beim Menschen nicht. Die EMA nimmt die mögliche Anregung der Galle aber ernst: Bei Verschluss oder Entzündung der Gallenwege, bei Gallensteinen, Lebererkrankungen und anderen Gallenleiden rät sie von Löwenzahnwurzel ab.[1] Welche Pflanzen und Lebensmittel den Gallenfluss anregen, steht unter Gallenfluss anregen.
Wie viel Löwenzahn am Tag?
Die EMA nennt für die Wurzel als Abkochung 1 bis 5 g auf 150 ml Wasser, zwei- bis dreimal täglich. Bei Appetitlosigkeit nehmen Sie Löwenzahn eine halbe Stunde vor dem Essen.[1]
| Zubereitung aus der Wurzel | Einzeldosis | Pro Tag |
|---|---|---|
| Abkochung (Tee) aus geschnittener Wurzel | 1 bis 5 g in 150 ml | 2- bis 3-mal |
| Saft aus frischer Wurzel | 4 bis 8 ml | 3-mal |
| Flüssigextrakt | 2 bis 8 ml | 3-mal |
| Tinktur | 5 bis 10 ml | 3-mal |
| Naturhof Leberkur (2 Kapseln) | 120 mg Extraktdavon 19,2 mg Inulin | 1-mal |
Ein Extrakt ist konzentriert und lässt sich deshalb nicht direkt mit Gramm Wurzel im Tee vergleichen. Eindeutig ist der Vergleich beim Inulin: Die 19,2 mg in der Naturhof Leberkur sind für eine Wirkung auf den Darm zu wenig. Die EU knüpft die Angabe zu Inulin aus Zichorie an 12 g pro Tag.[8]
Hat Löwenzahn Nebenwirkungen?
Für die Wurzel nennt die EMA nur allergische Reaktionen, wie häufig, ist nicht bekannt.[1] Für Wurzel mit Kraut kommen Magenschmerzen und Übersäuerung hinzu.[6]
| Situation | Was gilt laut EMA |
|---|---|
| Allergie gegen Korbblütler | nicht einnehmen[1] |
| Gallensteine, Gallenwegs- oder Lebererkrankungen | nicht empfohlen[1] |
| Ärztlich verordnet wenig trinken | nicht empfohlen, weil Löwenzahn die Harnmenge erhöhen soll[1] |
| Nieren- oder Herzschwäche, Diabetes | Wurzel mit Kraut meiden, weil zu viel Kalium im Blut drohen kann[6] |
| Schwangerschaft und Stillzeit | nicht empfohlen, Sicherheit nicht belegt[1] |
| Kinder unter 12 Jahren | nicht empfohlen[1] |
Welche Wechselwirkungen hat Löwenzahn?
Bekannte Wechselwirkungen mit Medikamenten gibt es keine, bis 2020 wurden in der Fachliteratur keine beschrieben.[2] Theoretisch könnte Löwenzahn als harntreibendes Mittel bei einer Lithium-Therapie zu Flüssigkeitsverlust und damit zu erhöhten Lithium-Spiegeln führen.[7] Wer Lithium nimmt, sollte das deshalb vorher ansprechen.
Wie viel Löwenzahn steckt in der Naturhof Leberkur?
2 Kapseln liefern 120 mg Löwenzahn-Extrakt mit 19,2 mg Inulin. Dazu kommen Mariendistel mit 153 mg Silymarin, Artischocke, Schwarzer Rettich und 82,5 mg Cholin. Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei.[9] Warum diese Pflanzen kombiniert werden, steht unter Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn.
Häufige Fragen zu Löwenzahn
Ist Löwenzahn gut für die Leber?
Beim Menschen ist das nicht belegt: Die EMA fand für Löwenzahnwurzel keine klinischen Studien. In Tierversuchen schützten Extrakte vor Leberschäden durch Alkohol und Giftstoffe. Anerkannt ist Löwenzahn als traditionelles Mittel bei leichten Verdauungsbeschwerden.
Was bewirkt Löwenzahnwurzel?
Ihre Bitterstoffe regen über die Bitterrezeptoren die Speichel- und Magensäfte an. Die EMA erkennt die Wurzel traditionell bei Völlegefühl, Blähungen, träger Verdauung, vorübergehender Appetitlosigkeit und zur Erhöhung der Harnmenge an.
Wirkt Löwenzahn entwässernd?
Traditionell wird Löwenzahn genutzt, um die Harnmenge zu erhöhen. In einer kleinen Studie mit 17 Personen gingen die Teilnehmer nach Blattextrakt häufiger zur Toilette. Wer Löwenzahn dafür nimmt, sollte laut EMA ausreichend trinken.
Wer sollte keinen Löwenzahn nehmen?
Menschen mit Allergie gegen Korbblütler, mit Gallensteinen, Gallenwegs- oder Lebererkrankungen, Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren. Bei Nieren- oder Herzschwäche und Diabetes rät die EMA wegen des Kaliums von Löwenzahn mit Kraut ab.
Wie bereitet man Löwenzahntee zu?
Die EMA nennt 1 bis 5 g geschnittene Wurzel auf 150 ml Wasser als Abkochung, zwei- bis dreimal täglich. Bei Appetitlosigkeit trinken Sie den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen.
Kann man Löwenzahn essen?
Ja, junge Blätter werden zum Beispiel als Salat gegessen. Für eine arzneiliche Wirkung nennt die EMA aber Mengen im Grammbereich als Tee oder Saft.
Wann sollte ich zum Arzt?
Wenn Verdauungsbeschwerden länger als 2 Wochen anhalten oder schlimmer werden. Sofort bei Fieber, Schmerzen oder Krämpfen beim Wasserlassen, Blut im Urin, gelblicher Haut oder gelblichen Augen.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC): EU-Monographie Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix), EMA/HMPC/475726/2020, 2021. Quelle öffnen
- EMA/HMPC: Assessment report on Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix, EMA/HMPC/475725/2020, 2021 (Inhaltsstoffe, Studienlage). Quelle öffnen
- Herrera Vielma F et al. The Role of Dandelion (Taraxacum officinale) in Liver Health and Hepatoprotective Properties. Pharmaceuticals (Basel). 2025;18(7):990. Quelle öffnen
- Schütz K, Carle R, Schieber A. Taraxacum, a review on its phytochemical and pharmacological profile. J Ethnopharmacol. 2006;107(3):313‑323. Quelle öffnen
- Clare BA, Conroy RS, Spelman K. The diuretic effect in human subjects of an extract of Taraxacum officinale folium over a single day. J Altern Complement Med. 2009;15(8):929‑934. Quelle öffnen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel, Monographie Löwenzahn (Taraxaci radix cum herba). Quelle öffnen
- EMA/HMPC: Assessment report on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., radix cum herba, EMA/HMPC/212897/2008, 2009 (Kalium, Wechselwirkungen). Quelle öffnen
- Verordnung (EU) 2015/2314: Zulassung der gesundheitsbezogenen Angabe zu Zichorieninulin (Bedingung: 12 g pro Tag). Quelle öffnen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (Cholin, Vitamin B6, B12, Folat). Quelle öffnen
Stand: 20. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.