leberkur.de

Wirkstoffe der Leberkur

Schwarzer Rettich für die Galle: Wirkung und Anwendung

Kurz gesagt

Schwarzer Rettich wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl genutzt, vor allem wenn der Gallenfluss gestört ist. Die frühere Kommission E bewertete den Presssaft dafür positiv, mit 50 bis 100 ml am Tag.⁠[1] Gute Studien am Menschen fehlen, es gibt nur eine kleine Pilotstudie mit 20 Männern.⁠[2] Bei Gallensteinen ist Rettich als Heilmittel tabu.⁠[1]

Was ist Schwarzer Rettich?

Der Schwarze Rettich (Raphanus sativus var. niger) ist eine Rettichsorte mit schwarzer Schale und weißem Fleisch. Er gehört wie Kohl und Senf zu den Kreuzblütlern.⁠[2] Arzneilich genutzt wird die Wurzel, traditionell als frisch gepresster Saft.⁠[1]

Seine wichtigsten Inhaltsstoffe sind Glucosinolate, auch Senfölglykoside genannt.⁠[3] Den größten Anteil hat das Glucoraphasatin mit mehr als 65 % der Glucosinolate.⁠[2] Beim Schneiden oder Reiben spaltet ein pflanzeneigenes Enzym sie zu Senfölen, die für die Schärfe sorgen.⁠[1]

Wie wirkt Schwarzer Rettich auf die Galle?

Rettich soll die Verdauungssäfte im oberen Verdauungstrakt und den Gallenfluss anregen und die Bewegung des Darms fördern.⁠[1] Die Kommission E, ein Sachverständigengremium der deutschen Arzneimittelzulassung für pflanzliche Arzneimittel, bewertete Rettich positiv bei Verdauungsbeschwerden, die von einer gestörten Bewegung der Gallenwege kommen, und bei Katarrhen der oberen Atemwege.⁠[1]

Eine aktuelle Bewertung auf EU-⁠Ebene gibt es nicht: In der Liste der Europäischen Arzneimittel-Agentur fehlt Schwarzer Rettich.⁠[4] Die folgende Tabelle zeigt, wie gut die einzelnen Wirkungen belegt sind.

AnwendungBewertungBelege beim Menschen
Verdauungsbeschwerden bei gestörtem GallenflussKommission E: positiv⁠[1]keine kontrollierten Studien
Katarrhe der oberen AtemwegeKommission E: positiv⁠[1]keine kontrollierten Studien
Aktivität von LeberenzymenHinweiseeine Pilotstudie ohne Kontrollgruppe⁠[2]
Schutz der Lebernicht bewertetnur Tierversuche⁠[6]
Gallensteine auflösenGegenanzeige⁠[1]nur bei Mäusen beobachtet⁠[5]

Was sagen die Studien zu Schwarzem Rettich?

Sehr wenig. Am Menschen gibt es eine einzige kleine Pilotstudie ohne Kontrollgruppe, alle anderen Daten stammen aus Tierversuchen und Zellkulturen. Die Tabelle zeigt alle Studien, die wir über PubMed geprüft haben.

StudieTeilnehmerDosis pro TagDauerErgebnisPMID
Evans 2014⁠[2]20 Männergesund, 19 ausgewertet2.220 mg6 Tabletten à 370 mg4 WochenParacetamol wurde anders abgebaut, was auf aktivere Leberenzyme hindeutet. Gamma-GT sank leicht und blieb im Normbereich, ALT und AST blieben gleich. Ohne Kontrollgruppe, vom Hersteller bezahlt.25490898
Castro-Torres 2012⁠[5]Mäusemit Gallenstein-KostPresssaft6 TageDie Cholesterin-Gallensteine verschwanden, Cholesterin und Triglyceride im Blut sanken.23093836
Ahn 2018⁠[6]Rattenmit Leberschaden125 bis 1.000 mgje kg Körpergewicht7 TageWeniger Leberschaden durch Tetrachlorkohlenstoff und weniger oxidativer Stress. In Zellkultur weniger Fetteinlagerung.30067118
Ahn 2019⁠[7]Mäusemit Fettleber50 bis 400 mgje kg, fermentiert2 WochenALT, AST und Triglyceride sanken, Entzündung und Vernarbung in der Leber nahmen ab.31660146
Ergebnisse aus Tierversuchen lassen sich nicht auf Menschen übertragen. ALT entspricht GPT, AST entspricht GOT.

Ehrlich zusammengefasst: Schwarzer Rettich ist ein traditionelles Mittel mit plausibler Wirkung auf Galle und Verdauung, aber ohne gute Studien am Menschen. Deutlich besser untersucht ist die Artischocke. Bei ihr stieg die Gallenmenge 30 Minuten nach einer Gabe Extrakt um 127 %.⁠[8] Mehr dazu unter Artischocke für Leber und Galle.

Hilft Schwarzer Rettich bei Gallensteinen?

Nein. Gallensteine sind laut Kommission E eine Gegenanzeige: Wer Gallensteine hat, sollte Rettich nicht als Heilmittel nehmen.⁠[1]

Die oft zitierte Auflösung von Gallensteinen wurde nur bei Mäusen beobachtet, die eine Gallenstein-fördernde Kost bekamen. Nach 6 Tagen Rettichsaft waren ihre Cholesterin-Steine verschwunden.⁠[5] Am Menschen ist das nie untersucht worden. Gallensteine gehören in ärztliche Behandlung.

Wie wendet man Schwarzen Rettich an?

Traditionell als frisch gepresster Saft: Die Kommission E nennt 50 bis 100 ml Presssaft am Tag und rät, ihn nicht länger als 6 Wochen am Stück zu nehmen.⁠[1]Als Gemüse lässt er sich roh reiben oder in Scheiben schneiden.

FormMenge pro Tag
Presssaft aus frischer Wurzel, laut Kommission E⁠[1]50 bis 100 ml
Tabletten in der Pilotstudie⁠[2]2.220 mg
Naturhof Leberkur (2 Kapseln)200 mg Extrakt 5:1rechnerisch aus etwa 1 g getrockneter Wurzel

Ein Extrakt 5:1 wird aus der fünffachen Menge Pflanze gewonnen, 200 mg entsprechen also rechnerisch etwa 1 g getrockneter Wurzel. Mit frischem Presssaft lässt sich das kaum vergleichen, weil frischer Rettich zum größten Teil aus Wasser besteht.

Hat Schwarzer Rettich Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind laut Kommission E nicht bekannt.⁠[1] In der Pilotstudie mit 2.220 mg täglich hatte ein Teilnehmer leichte Verdauungsbeschwerden, die möglicherweise vom Rettich kamen. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.⁠[2]

  • Gallensteine: Rettich nicht als Heilmittel nehmen.⁠[1]
  • Akute Gallenbeschwerden: Koliken, Fieber oder Gelbsucht gehören sofort ärztlich abgeklärt, nicht mit Hausmitteln behandelt.
  • Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder: Eine Bewertung für arzneiliche Mengen gibt es nicht, weil die EMA Rettich nicht bewertet hat.⁠[4]

Welche anderen Pflanzen und Lebensmittel den Gallenfluss anregen, lesen Sie unter Gallenfluss anregen.

Wie viel Schwarzer Rettich steckt in der Naturhof Leberkur?

2 Kapseln liefern 200 mg Schwarzer-Rettich-Extrakt im Verhältnis 5:1. Im Leberkur-Test 2026 ist die Naturhof Leberkur der einzige Komplex mit Schwarzem Rettich. Dazu kommen Mariendistel mit 153 mg Silymarin, Artischocke, Löwenzahn und 82,5 mg Cholin. Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei.⁠[9]

Häufige Fragen zu Schwarzem Rettich

Wofür ist Schwarzer Rettich gut?

Traditionell bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, vor allem wenn der Gallenfluss gestört ist, und bei verschleimten oberen Atemwegen. So hat ihn die frühere Kommission E bewertet. Studien am Menschen gibt es dazu kaum.

Ist Schwarzer Rettich gesund?

Als Gemüse passt er gut in eine leichte Ernährung. Wie Kohl und Senf gehört er zu den Kreuzblütlern und enthält Senfölglykoside, die beim Zerkleinern zu scharfen Senfölen werden. Schützende Effekte dieser Stoffe sind vor allem im Labor und bei Tieren gezeigt.

Wie viel Rettichsaft am Tag?

Laut Kommission E 50 bis 100 ml Presssaft am Tag, nicht länger als 6 Wochen am Stück. Bei Gallensteinen sollten Sie keinen Rettichsaft trinken.

Hilft Schwarzer Rettich bei Gallensteinen?

Nein. Gallensteine sind eine Gegenanzeige: Wer Gallensteine hat, sollte Schwarzen Rettich nicht als Heilmittel nehmen. Dass Rettichsaft Gallensteine auflöst, wurde nur bei Mäusen beobachtet. Gallensteine gehören in ärztliche Behandlung.

Was wirkt besser auf die Galle: Rettich oder Artischocke?

Für die Artischocke ist die Wirkung auf die Galle gemessen: Die Gallenmenge stieg nach einer Gabe Extrakt um 127 %. Für Schwarzen Rettich fehlen solche Messungen am Menschen. Beide werden traditionell für Galle und Verdauung genutzt.

Wie schmeckt Schwarzer Rettich und warum ist er scharf?

Er schmeckt scharf. Die Schärfe entsteht, wenn beim Schneiden oder Reiben Senfölglykoside durch ein pflanzeneigenes Enzym zu Senfölen gespalten werden.

Wann sollte ich wegen der Galle zum Arzt?

Sofort bei kolikartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, bei Fieber, gelblicher Haut oder gelblichen Augen, dunklem Urin oder hellem Stuhl. Auch Verdauungsbeschwerden, die über Wochen anhalten, gehören ärztlich abgeklärt.

Quellen

  1. Altmeyer P, Bacharach-Buhles M. Raphani sativi radix (Rettichwurzel), mit Angaben der Kommission-E-Monographie. Altmeyers Enzyklopädie, Naturheilkunde, Stand Juli 2026. Quelle öffnen
  2. Evans M, Paterson E, Barnes DM. An open label pilot study to evaluate the efficacy of Spanish black radish on the induction of phase I and phase II enzymes in healthy male subjects. BMC Complement Altern Med. 2014;14:475. Quelle öffnen
  3. Castro-Torres IG et al. Raphanus sativus L. var niger as a source of phytochemicals for the prevention of cholesterol gallstones. Phytother Res. 2014;28(2):167‑171. Quelle öffnen
  4. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Liste aller pflanzlichen Stoffe mit HMPC-Bewertung (Download „Herbal medicines“), abgerufen am 21.10.2026. Schwarzer Rettich ist nicht enthalten. Quelle öffnen
  5. Castro-Torres IG et al. Antilithiasic and hypolipidaemic effects of Raphanus sativus L. var. niger on mice fed with a lithogenic diet. J Biomed Biotechnol. 2012;2012:161205. Quelle öffnen
  6. Ahn M et al. Black Radish (Raphanus sativus L. var. niger) Extract Mediates Its Hepatoprotective Effect on Carbon Tetrachloride-Induced Hepatic Injury by Attenuating Oxidative Stress. J Med Food. 2018;21(9):866‑875. Quelle öffnen
  7. Ahn M et al. Fermented black radish (Raphanus sativus L. var. niger) attenuates methionine and choline deficient diet-induced nonalcoholic fatty liver disease in mice. Food Sci Nutr. 2019;7(10):3327‑3337. Quelle öffnen
  8. Kirchhoff R et al. Increase in choleresis by means of artichoke extract. Phytomedicine. 1994;1(2):107‑115. Quelle öffnen
  9. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (Cholin, Vitamin B6, B12, Folat). Quelle öffnen

Stand: 20. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.