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Was schadet der Leber? Die größten Belastungen im Alltag

Kurz gesagt

Am meisten schaden der Leber Alkohol und Übergewicht mit zu viel Zucker: In Deutschland hat etwa ein Drittel der Erwachsenen eine Fettleber. Danach folgen Medikamente in zu hoher Dosis, vor allem Paracetamol, und einzelne Nahrungsergänzungen wie hochdosierter Grüntee-Extrakt. Ingwer, MSM in üblichen Mengen und Kaffee gehören nicht dazu.

Was schadet der Leber am meisten?

Alkohol und Übergewicht, mit großem Abstand. Beide führen zu einer Fettleber, und die ist die häufigste Lebererkrankung überhaupt: Sie betrifft etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland, rund 75 % der Übergewichtigen und jeden zweiten Menschen mit Diabetes.⁠[1]

RangBelastungWarum und ab wann
1AlkoholBei Fettleber gilt in Deutschland schon mehr als 10 g pro Tag bei Frauen und 20 g bei Männern als erhöhter Konsum.⁠[1]
2ÜbergewichtRund 75 % der Übergewichtigen haben eine Fettleber.⁠[1]
3Zucker in Getränken80 g Zucker täglich in Getränken verdoppelten in 7 Wochen die Fettneubildung in der Leber.⁠[2]
4MedikamenteVor allem bei Überdosis oder Kombination. Paracetamol ist in den USA die häufigste Ursache für akutes Leberversagen.⁠[3]⁠[4]
5NahrungsergänzungenIhr Anteil an arzneimittelbedingten Leberschäden stieg in einem US-⁠Register von 7 auf 20 %.⁠[5]
6Gifte und ChemikalienSelten, aber gefährlich: etwa Knollenblätterpilz, Schimmelpilzgifte oder Industriechemikalien wie Vinylchlorid.⁠[4]
Reihenfolge nach Häufigkeit im Alltag. Virushepatitis und erbliche Lebererkrankungen sind eigene Themen und hier nicht berücksichtigt.

Wie viel Alkohol schadet der Leber?

Eine sichere Menge gibt es nicht. Wer schon eine Fettleber hat, für den zählen in Deutschland bereits durchschnittlich mehr als 10 g Alkohol pro Tag bei Frauen und mehr als 20 g bei Männern als erhöhter Konsum.⁠[1]

MengeWas sie bedeutet
10 bis 12 g1 Standardglas, also 0,25 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein⁠[6]
über 10 g / 20 g pro TagFrauen / Männer: bei Fettleber erhöhter Konsum nach deutscher Einordnung⁠[1]
140 bis 350 g pro WocheFrauen: internationale Grenze für eine Fettleber aus Stoffwechsel und Alkohol (MetALD), bei Männern 210 bis 420 g⁠[7]
über 50 g / 60 g pro TagFrauen / Männer: Risiko für eine alkoholbedingte Lebererkrankung nach deutschen Leitlinien⁠[1]
Durchschnittliche Mengen reinen Alkohols.

Die gute Nachricht: In frühen Stadien kann sich die Leber erholen, wenn Sie auf Alkohol verzichten.⁠[1] Wie schnell das geht, steht unter Leber entgiften.

Welche Lebensmittel schaden der Leber?

Weniger einzelne Lebensmittel als zu viel Energie, vor allem aus Zucker und gesättigtem Fett. Am deutlichsten belegt sind gezuckerte Getränke.

Was die Art der Kalorien ausmacht, zeigt eine finnische Studie: 38 übergewichtige Erwachsene aßen 3 Wochen lang täglich 1.000 kcal zusätzlich, entweder als gesättigtes Fett, als ungesättigtes Fett oder als Zucker.⁠[8]

1.000 kcal extra pro Tag ausLeberfett nach 3 Wochen
gesättigtem Fett, etwa Butter, Sahne, Wurstplus 55 %
Zucker, etwa Süßigkeiten und süße Getränkeplus 33 %
ungesättigtem Fett, etwa Olivenöl und Nüsseplus 15 %
Überfütterungsstudie mit 38 Erwachsenen.⁠[8] Zucker steigerte die Fettneubildung in der Leber um 98 %.

Daraus ergeben sich die fünf Lebensmittel, die der Leber am meisten zusetzen: Alkohol, Limonade und Fruchtsaft, Süßigkeiten und Gebäck, fette Wurst und viel Butter, Fertiggerichte mit viel Zucker und gesättigtem Fett. Verschimmelte Lebensmittel gehören in den Müll, denn Schimmelpilzgifte können die Leber schädigen.⁠[4] Was die Leber dagegen gut verträgt, zeigt der Ratgeber Ernährung bei Fettleber.

Welche Medikamente schaden der Leber?

Bei richtiger Dosierung sind Leberschäden durch Medikamente selten.⁠[4] Riskant sind vor allem Überdosen, lange Einnahme ohne Kontrolle und Wechselwirkungen.

Halten Sie die Höchstdosis aus dem Beipackzettel ein, nehmen Sie nie zwei Mittel mit demselben Wirkstoff und lassen Sie Ihre Medikamente samt Nahrungsergänzungen einmal in der Apotheke prüfen. Verordnete Medikamente setzen Sie nicht eigenmächtig ab.

Können Nahrungsergänzungsmittel der Leber schaden?

Ja, wenn auch selten. In einem US-⁠Register stieg der Anteil der Leberschäden durch Pflanzenmittel und Nahrungsergänzungen von 7 auf 20 %. Fälle durch Präparate, die nicht dem Muskelaufbau dienen, verliefen sogar häufiger schwer als Schäden durch Medikamente: 13 % endeten mit Tod oder Lebertransplantation, bei Medikamenten 3 %.⁠[5]

StoffWas bekannt ist
Grüntee-ExtraktKann Leberschäden bis zum Leberversagen auslösen.⁠[12]⁠[10] In der EU sind seit 2023 nur noch Extrakte mit weniger als 800 mg EGCG pro Tagesportion erlaubt.⁠[11] Grüner Tee als Getränk gilt in üblichen Mengen als sicher.⁠[10]
Kurkuma-PräparateAls Gewürz lange bewährt, einige Kurkuma-Produkte wurden aber mit mehreren Dutzend Fällen akuter Leberschäden in Verbindung gebracht.⁠[13]
Muskelaufbau-Mittel45 der 130 Fälle durch Pflanzenmittel und Nahrungsergänzungen im US-⁠Register gingen auf Mittel für den Muskelaufbau zurück.⁠[5]
MariendistelWurde nicht mit Leberschäden in Verbindung gebracht.⁠[14]
Stoffe mit den meisten Diskussionen. Die Liste ist nicht vollständig.

Ist Ingwer schädlich für die Leber?

Nein. Die US-⁠Datenbank für arzneimittelbedingte Leberschäden stuft Ingwer als sicher ein und kennt weder erhöhte Leberwerte noch Leberschäden durch Ingwer.⁠[15]

Eher das Gegenteil ist untersucht: In einer Studie mit 44 Menschen mit Fettleber nahmen die Teilnehmenden 12 Wochen lang 2 g Ingwer pro Tag oder ein Placebo. Mit Ingwer sanken ALT und Gamma-GT stärker, auch die Verfettung der Leber ging stärker zurück.⁠[16] Das ist eine kleine Pilotstudie, sie spricht aber klar gegen eine Schädigung. Ingwer als Gewürz, Tee oder Shot ist für die Leber unbedenklich. Bei Ingwer-Shots lohnt nur ein Blick auf den Zuckergehalt.

Ist MSM schädlich für die Leber?

Für die Leber sind keine Schäden durch MSM bekannt. Offen ist eher, wie viel MSM auf Dauer unbedenklich ist.

MSM steht für Methylsulfonylmethan, eine Schwefelverbindung, die vor allem bei Gelenkbeschwerden genommen wird. Die norwegische Lebensmittelbehörde VKM hält 0,2 g pro Tag für Erwachsene für unbedenklich. Bei 3 g pro Tag sieht sie ein mögliches Risiko, weil Tierversuche ein geringeres Körper- und Organgewicht und eine geringere Knochendichte zeigten, nicht wegen der Leber.⁠[17]Eine Übersichtsarbeit beschreibt MSM bis 4 g täglich als gut verträglich, ihre Autoren arbeiten allerdings mit Herstellern zusammen.⁠[18]

Schadet Kaffee der Leber?

Nein. Kaffee gehört zu den Lebensmitteln mit den besten Daten für die Leber. In 9 Studien mit 432.133 Menschen gingen 2 Tassen mehr pro Tag mit 44 % weniger Leberzirrhose einher, bei alkoholbedingter Zirrhose mit 38 % weniger.⁠[19]

Es handelt sich um Beobachtungsstudien, ein Beweis für Ursache und Wirkung ist das nicht. Aber der Zusammenhang wurde mit jeder Tasse stärker. Problematisch sind nur Zucker, Sirup und große Mengen Sahne.

Wie erholt sich die Leber?

Die Leber kann außergewöhnlich schnell und gut nachwachsen.⁠[20] Wer die großen Belastungen reduziert, weniger Alkohol, weniger Zucker, ein paar Kilo weniger, gibt ihr die Chance dazu. Welche sieben Hebel am besten belegt sind, steht unter Leber entgiften.

Eine Leberkur kann diese Zeit begleiten. Die Naturhof Leberkur enthält unter anderem 82,5 mg Cholin pro Tagesdosis. Cholinmangel lässt die Leber verfetten: Bei cholinarmer Kost entwickelten in einem Versuch 77 % der Männer eine Fettleber oder Muskelschäden.⁠[21] Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei.⁠[22]

Häufige Fragen: Was schadet der Leber?

Was sind die drei schlimmsten Dinge für die Leber?

Alkohol, Übergewicht mit zu viel Zucker und Medikamente in zu hoher Dosis. Alkohol und Übergewicht sind die häufigsten Ursachen einer Fettleber, die in Deutschland etwa ein Drittel der Erwachsenen hat. Paracetamol-Überdosen sind in den USA die häufigste Ursache für akutes Leberversagen.

Ist Ingwer schädlich für die Leber?

Nein. Ingwer gilt als sicher und wurde weder mit erhöhten Leberwerten noch mit Leberschäden in Verbindung gebracht. In einer Studie mit 44 Menschen mit Fettleber senkten 2 g Ingwer täglich über 12 Wochen sogar die Leberwerte ALT und Gamma-GT stärker als Placebo.

Ist MSM schädlich für die Leber?

Für die Leber sind keine Schäden durch MSM bekannt. Die norwegische Lebensmittelbehörde hält 0,2 g pro Tag für Erwachsene für unbedenklich und sieht bei 3 g pro Tag ein mögliches Risiko, allerdings wegen Tierversuchen zu Gewicht und Knochendichte, nicht wegen der Leber.

Schadet Kaffee der Leber?

Nein, Kaffee ist für die Leber eher günstig. In 9 Studien mit 432.133 Menschen gingen 2 Tassen mehr pro Tag mit 44 % weniger Leberzirrhose einher. Zucker und Sirup im Kaffee heben einen Teil des Vorteils wieder auf.

Ist Kurkuma schädlich für die Leber?

Als Gewürz nicht. Kurkuma-Präparate wurden aber in den letzten Jahren mit mehreren Dutzend Fällen von Leberschäden in Verbindung gebracht. Wer hochdosierte Kurkuma- oder Curcumin-Kapseln nimmt und gelbe Haut, dunklen Urin oder Oberbauchschmerzen bemerkt, sollte sie absetzen und die Leberwerte prüfen lassen.

Ist Mariendistel schädlich für die Leber?

Nein. Mariendistel wurde laut der US-⁠Datenbank für arzneimittelbedingte Leberschäden nicht mit Leberschäden in Verbindung gebracht und wird seit Jahrhunderten bei Lebererkrankungen eingesetzt.

Ist Cholin schädlich für die Leber?

Nein, im Gegenteil. Ohne ausreichend Cholin verfettet die Leber: In einem Versuch entwickelten 77 % der Männer bei cholinarmer Kost eine Fettleber oder Muskelschäden. Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei.

Wann sollte ich wegen der Leber zum Arzt?

Bei gelblicher Haut oder gelblichen Augen, dunklem Urin, hellem Stuhl, anhaltendem Druck im rechten Oberbauch oder deutlich erhöhten Leberwerten. Auch wenn Sie nach einem neuen Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel solche Zeichen bemerken, sollte das ein Arzt abklären.

Quellen

  1. Deutsche Leberstiftung: Steatotische (Fett-)Lebererkrankung (SLD), Pressemappe, letzte Änderung 06.10.2026. Quelle öffnen
  2. Geidl-Flueck B, Hochuli M, Németh Á et al. Fructose- and sucrose- but not glucose-sweetened beverages promote hepatic de novo lipogenesis: A randomized controlled trial. J Hepatol. 2021;75(1):46‑54. Quelle öffnen
  3. Schaffer DH, Murray BP, Khazaeni B. Acetaminophen Toxicity. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; Stand 03/2026. Quelle öffnen
  4. Deutsche Leberstiftung: Toxische Lebererkrankungen, Pressemappe, letzte Änderung 16.04.2026. Quelle öffnen
  5. Navarro VJ, Barnhart H, Bonkovsky HL et al. Liver injury from herbals and dietary supplements in the U.S. Drug-Induced Liver Injury Network. Hepatology. 2014;60(4):1399‑1408. Quelle öffnen
  6. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Kampagne Kenn dein Limit: Alkohol, die Fakten. Broschüre, Abschnitt Was ist ein Standardglas? Quelle öffnen
  7. Rinella ME, Lazarus JV, Ratziu V et al. A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology. 2023;78(6):1966‑1986. Quelle öffnen
  8. Luukkonen PK, Sädevirta S, Zhou Y et al. Saturated Fat Is More Metabolically Harmful for the Human Liver Than Unsaturated Fat or Simple Sugars. Diabetes Care. 2018;41(8):1732‑1739. Quelle öffnen
  9. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Rote-Hand-Brief zum Risiko arzneimittelbedingter Leberschäden durch Metamizol, 15.12.2020. Quelle öffnen
  10. Verbraucherzentrale: Gar nicht so harmlos: Grüntee-Extrakt. Stand 16.10.2025. Quelle öffnen
  11. Verordnung (EU) 2022/2340 der Kommission vom 30.11.2022 zur Änderung von Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 hinsichtlich Grüntee-Extrakten mit (-)-Epigallocatechin-3-⁠gallat. Quelle öffnen
  12. LiverTox, Datenbank zu arzneimittelbedingten Leberschäden (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases): Eintrag Green Tea (Grüner Tee), Stand 11/2020. Quelle öffnen
  13. LiverTox, Datenbank zu arzneimittelbedingten Leberschäden (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases): Eintrag Turmeric (Kurkuma), Stand 06/2025. Quelle öffnen
  14. LiverTox, Datenbank zu arzneimittelbedingten Leberschäden (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases): Eintrag Milk Thistle (Mariendistel), Stand 01/2020. Quelle öffnen
  15. LiverTox, Datenbank zu arzneimittelbedingten Leberschäden (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases): Eintrag Ginger (Ingwer), Stand 02/2024. Quelle öffnen
  16. Rahimlou M, Yari Z, Hekmatdoost A et al. Ginger Supplementation in Nonalcoholic Fatty Liver Disease: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Pilot Study. Hepat Mon. 2016;16(1):e34897. Quelle öffnen
  17. Norwegian Scientific Committee for Food and Environment (VKM): Risk assessment of methylsulfonylmethane in food supplements. VKM Report 2021:06, 04.05.2021. Quelle öffnen
  18. Butawan M, Benjamin RL, Bloomer RJ. Methylsulfonylmethane: Applications and Safety of a Novel Dietary Supplement. Nutrients. 2017;9(3):290. Quelle öffnen
  19. Kennedy OJ, Roderick P, Buchanan R et al. Systematic review with meta-analysis: coffee consumption and the risk of cirrhosis. Aliment Pharmacol Ther. 2016;43(5):562‑574. Quelle öffnen
  20. Deutsche Leberstiftung: Die Leber, Kraftwerk des Körpers (Pressemappe). Quelle öffnen
  21. Fischer LM, daCosta KA, Kwock L et al. Sex and menopausal status influence human dietary requirements for the nutrient choline. Am J Clin Nutr. 2007;85(5):1275‑1285. Quelle öffnen
  22. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (Cholin, Vitamin B6, B12, Folat). Quelle öffnen

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